Rückenschmerzen

Zwischen 74 und 85% der Bevölkerung in Deutschland geben laut der Gesundheitsberichterstattung des Bundes (Herausgeber: Robert Koch-Institut (RKI), Heft 53) in Umfragen an, mindestens einmal in ihrem Leben unter Rückenschmerzen gelitten zu haben. Mit chronischen Rückenschmerzen sind jede vierte Frau und jeder sechste Mann belastet. Mit zunehmendem Alter beklagen immer mehr Menschen dauerhafte Rückenschmerzen.

Wo treten Rückenschmerzen auf?

In 90% der Fälle keine körperliche Ursache feststellbar

Rückenschmerzen sind ein Symptom mit vielen möglichen Ursachen. Aber nur in etwa 10% der Fälle kann diese eindeutig benannt werden. Dann liegt meist eine Osteoporose, ein Bandscheibenvorfall, ein Wirbelkörperbruch, eine rheumatische Erkrankung, eine Infektion oder ein Tumor vor.

In 9 von 10 Fällen kann die Ursache von Rückenschmerzen nicht geklärt werden. Dann sind Fehlbelastungen zusammen mit Bewegungsmangel, altersentsprechender Verschleiß oder psychische Belastungen mögliche Gründe für die Beschwerden. Betroffen sind häufig der Schulter-Nackenbereich und der untere Rücken (Lendenwirbelbereich). Erkrankungen der Muskulatur, der Bandscheiben, der Nervenwurzeln oder der Knochen, aber auch der inneren Organe können mit Rückenschmerzen einhergehen.

Zu den Risikofaktoren, die Rückenschmerzen begünstigen, gehören sitzende Tätigkeiten, Haltungsfehler und anhaltende Überlastungen wie z. B. Übergewicht, aber auch psychische Erkrankungen wie Depressionen. Bei der Diagnostik berücksichtigt der Schmerzmediziner zudem Vor- und Begleiterkrankungen.

Dauerhafte Rückenschmerzen haben weitreichende Folgen

Akute Rückenschmerzen treten einmalig auf und heilen im Laufe weniger Wochen wieder ab. Chronische Rückenschmerzen sind jedoch ein Dauerzustand. Die Betroffenen leiden über einen Zeitraum von mindestens 3 Monaten fast täglich unter Schmerzen. Dann besteht die Gefahr, dass sich aus den chronischen Schmerzen ein Teufelskreis entwickelt, weil die körperliche Leistungsfähigkeit nachlässt und die Betroffenen soziale Kontakte vernachlässigen oder arbeitsunfähig werden. Sie gehen zudem häufig mit psychischen Probleme einher. All dies verstärkt wiederum den Schmerz, so dass sich die Patienten weiter zurückziehen.

Therapie und Vorbeugung von Rückenschmerzen

Die Schmerzlinderung bei chronischen Rückenschmerzen wird meist durch einen multimodalen Behandlungsansatz angestrebt. Neben der medikamentösen Therapie sind Akupunktur, Physiotherapie, Psychotherapie, Entspannungsverfahren und Patientenschulungen wichtige Elemente eines individuellen Behandlungskonzepts. Bei einer Beteiligung der Nerven kann eine transkutane elektrische Nervenstimulation (TENS) erfolgen. Über das Erlernen aktiver Schmerzbewältigungsstrategien, eine Veränderung des Schmerzerlebens und eine Funktionsverbesserung soll die Lebensqualität der Betroffenen verbessert und eine dauerhafte Arbeitsunfähigkeit abgewendet werden.

Zug und Druck am Knochen tragen bei regelmäßiger Bewegung erheblich zum Erhalt der Knochensubstanz bei. Daher ist die Bewegungstherapie insbesondere bei Osteoporose ein wichtiges Behandlungselement. Darüber hinaus fördert Bewegung den Muskelaufbau und stärkt die Muskelkraft, die die Knochen bei der Stabilisierung des Rumpfs erheblich unterstützen können. Schließlich geht Bewegung mit einem gesunden Wechsel von Anspannung und Entspannung der beteiligten Muskelgruppen einher und baut so Verspannungen vor (s. auch Muskel- und Gelenkschmerzen).

Quellen:
Dorothea von der Laage, Silvia Starke: Patientenatlas „Schmerz“, 2012
Gesundheitsberichterstattung des Bundes: „Rückenschmerzen“, RKI, Heft 53, Berlin 2012

rheuma-liga.de
leitlinien.de zu Kreuzschmerzen

Autor/Autoren: Sabine Ritter

Experte: Dr. med. Jan-Peter Jansen, Berlin

Letzte Aktualisierung: 17.11.2016


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