Was ist Schmerz?

Schmerz ist eine Sinneswahrnehmung, die nicht nur sehr komplex, sondern individuell auch sehr verschieden ist.

Entstehung der Schmerzempfindung
Hemmung der Schmerzempfindung

Schmerzwahrnehmung

Die Wahrnehmung von Schmerzen beginnt an speziellen „Empfängern“, den sogenannten Nozizeptoren. Hierbei handelt es sich um die freien Enden von Nerven, die das Gewebe des Körpers mit dem Rückenmark verbinden. An ihrer Oberfläche befinden sich „Antennen“, die sogenannten Rezeptoren. Sie reagieren nicht auf den auslösenden Reiz selbst, sondern auf Veränderungen der chemischen Zusammensetzung im betroffenen Areal. Wenn diese Signalstoffe die Rezeptoren stimulieren, sendet der Nozizeptor Botenstoffe ans Rückenmark. Von dort werden Signale über weitere Nervenbahnen bis ins Gehirn geleitet. Dort entsteht schließlich die Wahrnehmung von Schmerz.

Verschiedene Schmerzformen

Schmerzmediziner unterscheiden nicht nur die Schmerzdauer und Schmerzintensität, sondern verschiedene Schmerzformen:

  • physiologischer oder nozizeptiver Schmerz
  • pathophysiologischer Schmerz
  • neuropathischr Schmerz

Physiologischer/Nozizeptiver Schmerz

Beim physiologischen Schmerz handelt es sich um ein kurzes sinnvolles Warnsignal, also eine normale Körperreaktion auf eine mechanische, thermische oder elektrische Reizung der Schmerzrezeptoren, z.B. aufgrund einer akuten Verletzung oder Verbrennung. Die Nervenbahnen, die die Schmerzsignale weiterleiten, sind dabei normalerweise nicht geschädigt.

Pathophysiologischer Schmerz

Beim pathophysiologischen Schmerz handelt es sich um einen Dauerschmerz in Folge einer Gewebeschädigung wie z.B. einer Entzündung oder Verletzung. Unter Umständen ist das Schmerzempfinden auch übersteigert, so dass wie z.B. beim Sonnenbrand schon eine leichte Berührung schmerzhaft ist. Auch der Ruheschmerz kann ein pathophysiologischer Schmerz sein.

Neuropathischer Schmerz

Der neuropathische Schmerz ist dagegen Folge einer Nervenschädigung. Ursache können eine Verletzung, eine Operation, Alkoholmissbrauch, ein Schlaganfall, eine Stoffwechselstörung (z. B. Diabetes), eine Autoimmunerkrankung wie Multiple Sklerose oder eine anhaltende mechanische Manipulation (Bandscheibenvorfall) sein. Außerdem können Viren (z.B. Herpes-Viren) die peripheren Nerven schädigen, also die Nervenbahnen, die die Verbindung zwischen dem Gewebe und dem Rückenmark herstellen. Bei einigen Patienten mit Gürtelrose brennt daher das betroffene Areal der Haut noch Monate bis Jahre nachdem die eigentliche Erkrankung abgeklungen ist.

Der Grund für neuropathische Schmerzen ist meist eine übersteigerte Reparatur der Nervenfaser, die u.a. eine Ausbildung neuer Rezeptoren begünstigt. Folge ist eine Verstärkung von Schmerzreizen, verbunden mit einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit. Nervenschmerzen können sich daher leicht zu chronischen Schmerzen entwickeln.

Wie sich ein Schmerz chronifizieren kann, lesen Sie hier.

Quellen:
Dorothea von der Laage, Silvia Starke: Patientenatlas „Schmerz“, 2012
Robert F. Schmidt, Florian Lang, Manfred Heckmann: „Physiologie des Menschen“, Heidelberg 2010
Amrei Wittwer, Gerd Folkers: „Schmerz: Innenansichten eines Patienten und was die Wissenschaft dazu sagt“, 2016

Autor/Autoren: Sabine Ritter

Experte: Dr. med. Jan-Peter Jansen, Berlin

Letzte Aktualisierung: 28.11.2016


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