Magen- und Bauchschmerzen

Der Bauchraum reicht von den unteren Rippenbögen bis zu den Leisten. In diesem Körperabschnitt befinden sich die Organe des Verdauungstraktes wie Magen, Darm, Leber, Bauchspeicheldrüse und Milz, die ableitenden Harnwege mit Niere, Harnleiter, Harnblase und Harnröhre und bei Frauen die Gebärmutter und Eierstöcke. Erkrankt eines dieser Organe akut, sind Schmerzen im Bauchraum ein mögliches Warnsignal. Darüber hinaus können Erkrankungen des Herzens, der Lunge oder des Rückens in den Bauchraum ausstrahlen.

Für den Schmerzmediziner geben Ort und Qualität des Schmerzes erste Hinweise auf eine zugrundeliegende Erkrankung. Weitere Informationen liefern die Situation und der Zeitpunkt der Schmerzen. Treten beispielsweise Bauchschmerzen nach dem Essen auf, können Magen, Dünndarm oder Gallenblase betroffen sein. Sind Schmerzen bei Frauen zyklusabhängig, liegt möglicherweise eine gynäkologische Erkrankung zugrunde. Schließlich liefern Begleitbeschwerden wie Blähungen, Übelkeit, Erbrechen, Fieber, Durchfall, Verstopfung wichtige Anhaltspunkte für die Ursache der Bauchschmerzen.

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Mögliche Ursache von chronischen Bauchschmerzen, die länger als drei Monate anhalten, sind Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie die Gluten-Intoleranz bei Zöliakie oder chronische Entzündungen wie beim Morbus Crohn oder der Colitis ulcerosa. Leiden Frauen unter chronischen Schmerzen im Unterbauch kann eine gynäkologische Erkrankung vorliegen, wie z.B. eine Endometriose, eine krankhafte Wucherung der Gebärmutterschleimhaut, oder Myome. Auch Verwachsungen nach Operationen oder chronische Entzündungen können für Schmerzen verantwortlich sein.

Viele Patienten leiden jedoch unter chronischen Bauchschmerzen, ohne dass beim Arzt eine organische Erkrankung gefunden wird. Ursache ist dann möglicherweise ein empfindliches Nervensystem. Dann leiden die Betroffenen unter Umständen unter einem so genannten Reizmagen oder Reizdarm. Bauchschmerzen können aber auch Ausdruck seelischer oder sozialer Probleme sein. Stress, Überlastung oder Überforderung äußern sich dann durch unspezifische Beschwerden im Bauchraum.

Die Bauchschmerzen zugrundeliegende Erkrankung eines Organs muss immer spezifisch behandelt werden. Werden Nahrungsmittelunverträglichkeiten für die Bauchschmerzen verantwortlich gemacht, müssen die Betroffenen ihre Ernährung umstellen. Haben die Schmerzen dagegen eine seelische Ursache profitieren die Schmerzpatienten von einer Psychotherapie. Begleitend können Entspannungsverfahren und Bewegungstherapie das Leiden der Betroffenen lindern.

Quellen:
Dorothea von der Laage, Silvia Starke: Patientenatlas „Schmerz“, 2012, äin-red

Autor/Autoren: Sabine Ritter, Moni Traute

Experte: Dr. med. Jan-Peter Jansen, Berlin

Letzte Aktualisierung: 21.11.2016


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