Medikamentöse Schmerztherapie

Ziel der medikamentösen Schmerztherapie ist die Hemmung der Schmerzwahrnehmung. Außerdem gilt es auch immer die Entwicklung eines Schmerzgedächtnisses zu verhindern oder ein solches zu durchbrechen bzw. zu löschen.

Arzneistoffe, die schmerzlindernd wirken, werden als Analgetika bezeichnet. Bei starken Schmerzen gliedert sich die Schmerztherapie in eine Basis- oder Grundversorgung mit Arzneistoffen zur Behandlung der Dauerschmerzen und ein Akutmittel zur Unterdrückung von kurzzeitigen Schmerzspitzen. Die Medikamente für die Grundversorgung werden meist eingenommen oder über ein Pflaster zugeführt. Für die Akutversorgung eignen sich dagegen Spritzen, Infusionen, Nasensprays und Lutschtabletten. Je nachdem wo, warum und wie lange Schmerzen auftreten, stehen unterschiedliche Darreichungsformen zur Verfügung.

Verantwortungsbewusster Umgang mit freiverkäuflichen Schmerzmitteln

Einige Schmerzmittel sind, abhängig von ihrem Wirkstoffgehalt pro Tablette, frei verkäuflich. Sie können zur Selbstbehandlung akuter Schmerzattacken wie z.B. gelegentliche Spannungskopfschmerzen eingenommen werden. Beachten Sie beim Einsatz von Schmerzmedikamenten jedoch folgende Empfehlungen:

Behandeln Sie Schmerzen nur selbst, d.h. ohne ärztliche Anordnung,

  • wenn Sie diese bereits kennen.
  • wenn sie nicht länger als 4-5 Tage anhalten, nicht stärker werden und nicht dauernd wiederkehren.
  • Schmerzmittel haben wie alle Medikamente auch unerwünschte (Neben)Wirkungen. Darüber hinaus sind Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten möglich. Schließlich gibt es sogenannte Gegenanzeigen für die Anwendung von Medikamenten. Informationen hierzu finden Sie im Beipackzettel der Präparate. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt oder einem Apotheker bei der Wahl eines für Sie geeigneten Schmerzmittels beraten.
  • Informieren Sie Ihren Arzt, wenn sich die Schmerzdauer oder -intensität verändern.
  • Bei regelmäßiger Einnahme von Medikamenten gegen Schmerzen besteht ferner das Risiko, dass sich ein Medikamenten-Kopfschmerz entwickelt. Beachten Sie daher die Hinweise im Beipackzettel zur Anwendung und Dosierung von Schmerzmedikamenten.

Nicht alle schmerzlindernden Wirkstoffe sind für den Einsatz bei älteren Menschen geeignet. Diese Wirkstoffe werden in der PRISCUS-Liste erfasst. Eine Übersicht der betroffenen Wirkstoffe veröffentlicht die Deutsche Seniorenliga e.V. mit Erläuterungen auf ihrer Internetseite.

Quellen:
Der WHO-Stufenplan in E. Beubler, „Kompendium der medikamentösen Schmerztherapie“, Springer-Verlag, Wien, 2012
Rote Liste, Dt. Schmerzliga

äin-red

Autor/Autoren: Sabine Ritter, Moni Traute

Experte: Dr. med. Jan-Peter Jansen, Berlin

Letzte Aktualisierung: 17.11.2016


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