Kaiserschnitt – auch Schmerztherapie danach ist wichtig
Fast jedes dritte Kind kommt heute in Deutschland per Kaiserschnitt zur Welt. Der Kaiserschnitt ist nach der Operation des Grauen Stars der häufigste chirurgische Eingriff weltweit. Zwar ist die Entbindung schmerzfrei, aber der Wundschmerz nach dem Eingriff ist nicht zu unterschätzen. Daher ist eine optimale postoperative Schmerztherapie, d.h. eine gute Behandlung der Schmerzen nach dem Eingriff, für die frisch gebackene Mutter ganz entscheidend – sowohl für das körperliche Befinden als auch für das emotionale Empfinden und die Akzeptanz der Mutterrolle. Der Anästhesist wird sie diesbezüglich versorgen. Bei Fragen, z.B. hinsichtlich der Wechselwirkung verschiedener Schmerzmittel mit dem Stillen, sollte sich die Patientin aktiv an den Anästhesisten wenden.
TAP-Block gegen den ersten postoperativen Schmerz
Für eine vorübergehende Schmerzausschaltung kann auch ein sogenannter TAP-Block (Transversus-Abdominis-Plane-Block) erfolgen. Hierbei handelt es sich um ein modernes, schmerzlinderndes Anästhesie-Verfahren. Müttern, die per Kaiserschnitt gebären, wird unter Ultraschallkontrolle ein Betäubungsmittel in die seitliche Bauchmuskulatur gespritzt. Dieses Lokalanästhetikum blockiert gezielt die Nerven, die für den Schmerz der vorderen Bauchwand verantwortlich sind. Der Schmerz nach dem Kaiserschnitt wird dadurch deutlich gelindert und der übliche Bedarf an starken Schmerzmitteln sinkt. Dies ist auch gut für die Mutter-Kind-Bindung: Viele Mütter sind schneller wieder fit und können sich früher um ihr Baby kümmern.
Quellen:
- „Die schmerzarme Geburt – Informationen für werdende Eltern“, Medical Event & Publisher Services GmbH in Zusammenarbeit mit der Dt. Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), Nürnberg, 2016
- D.H. Bremerich: Schmerztherapie nach Sectio. Anästh Intensivmed 2019; 60:394-402. DOI: 10.19224/ai2019.394