Infos für Angehörige

Wird ein Patient auf die Intensivstation verlegt, sind die ihm nahestehenden Menschen verständlicherweise in Sorge. Sie ahnen, dass sein Zustand ernst ist und sind durch die Vielzahl der Geräte, an die der Betroffene angeschlossen ist, oft verunsichert. Zusätzlich beunruhigt sie, dass der Patient möglicherweise nicht ansprechbar ist.

Aber vertrauen Sie dem Intensivmedizin-Team, dass es alles tun wird, um dem Ihnen nahestehenden Menschen zu helfen. Dabei können Sie die Arbeit des Intensiv-Teams entscheidend unterstützen. Denn selbst nicht-ansprechbare Menschen auf der Intensivstation nehmen durchaus wahr, dass sie Besuch haben und profitieren von dem wohlwollenden Zuspruch vertrauter Personen.

Dies sollten Sie beim Besuch eines Patienten auf der Intensivstation beachten:

  • Dehnen Sie Ihre Besuche nicht zu lange aus, um den Patienten nicht zu sehr anzustrengen. Kommen Sie lieber häufiger für einen Kurzbesuch.
  • Sprechen Sie sich mit anderen Personen, die den Patienten besuchen wollen, ab, so dass zwischen den Besuchen ausreichende Erholungsphasen für den Patienten eingeplant werden können.
  • Bringen Sie Stress und Probleme nicht mit ans Krankenbett. Erzählen Sie dem Patienten vielmehr möglichst entspannt von schönen Dingen aus dem Alltag, z.B. wie es der Familie und Freunden geht. Erklären Sie ihm, wo er sich befindet und warum er dort ist. Beschreiben Sie die Geräte und deren Geräusche, denn der Patient nimmt diese unter Umständen verschwommen wahr und kann sie nicht einordnen. Ihre Worte können etwas Geborgenheit und Sicherheit geben. Trösten Sie ihn bei Bedarf und ermutigen Sie ihn durchzuhalten.
  • Wägen Sie ab, was Sie in Anwesenheit des Patienten sagen. Auch wenn er aufgrund der verabreichten Medikamente nicht ansprechbar ist, hört er im Unterbewusstsein doch mit. Sprechen Sie daher nicht neben dem Krankenbett über Themen, die den Patienten belasten oder aufregen könnten.
  • Bei Koma-Patienten: Führen Sie gemeinsam mit anderen Angehörigen bzw. dem Patienten nahestehenden Personen ein Tagebuch, in dem Sie die Ereignisse während der Tage festhalten, die der Patient im Koma liegt. Das hilft dem Betroffenen später, die Erinnerungslücke zu schließen und diffuse Eindrücke aus dieser Zeit nachträglich einzuordnen. Auch Ihre Gedanken, Ihre Sorgen und Ihre Gefühle können eingehen, denn es berührt die Betroffenen später meist sehr, dies zu lesen. Gleichzeitig haben Sie eine Chance, die Situation zu verarbeiten. In einigen Kliniken beteiligt sich auch das Pflegepersonal mit Einträgen.
  • Beachten Sie die jeweiligen Hinweise zu Hygienemaßnahmen. Aus hygienischen Gründen sind beispielsweise Pflanzen auf der Intensivstation nicht gestattet. Außerdem werden Besucher gebeten ihre Hände vor und nach dem Besuch am Patientenbett zu desinfizieren. Erkundigen Sie sich, ob weitere Maßnahmen zu beachten sind.
  • Informieren Sie die Mitarbeiter der Station über Besonderheiten Ihrer Kultur oder Religion.
  • Sollte Ihnen eine Patientenverfügung oder Vorsorgevollmacht des Patienten vorliegen, bringen Sie diese mit.
  • Wenden Sie sich an das Personal, wenn Sie Fragen haben oder seelische Unterstützung brauchen.

Weitere Informationen auch unter www.zurueck-ins-leben.de

Quellen: dgai.de, Informationsmaterialien Asklepios-Klinik Hamburg, äin-red

Autor/Autoren: Moni Traute, Sabine Ritter

Experte: Univ.- Prof. Dr. med. Gernot Marx, Aachen

Letzte Aktualisierung: 16.03.2017


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