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Zahl der Schmerzpatienten nimmt zu

In Deutschland leiden Millionen Menschen an chronischen Schmerzen. Die Tendenz ist steigend. Umso wichtiger ist eine individuelle Behandlung – abgestimmt auf die Krankengeschichte jedes einzelnen Patienten.

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Menschen leiden aus unterschiedlichen Gründen an chronischen Schmerzen. Deshalb dürfen sie nicht nach "Schema F" behandelt werden, sondern die Therapie muss auf ihre individuelle Krankengeschichte abgestimmt werden, erklärt Schmerztherapeutin Prof. Dr. med. Esther Pogatzki-Zahn von der Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie, operative Intensivmedizin und Schmerztherapie der Uniklinik Münster.

"Schmerzmittel zu verschreiben oder den Patienten krankzuschreiben, ist oft der falsche Weg, vor allem über eine längere Zeit." Dies war auch Thema beim diesjährigen Deutschen Schmerzkongress Ende Oktober unter dem Motto "(Um)Denken erwünscht" in Mannheim. Hier war Prof. Dr. med. Pogatzki-Zahn Präsidentin. Beim Kongress diskutierten Schmerzexperten aus ganz Deutschland, darunter Mediziner, Psychologen, Physiotherapeuten und Apotheker, über neue Erkenntnisse auf dem Gebiet der Schmerzmedizin.

Chronisches Schmerzsyndrom in Betracht ziehen

"Akuter Schmerz ist ein Warnsignal und ein Symptom", betont Prof. Dr. med. Pogatzki-Zahn. Viele Schmerzpatienten mit chronischen Rückenproblemen hätten aber beispielsweise auch Schmerzen, weil die Muskulatur nicht oder falsch beansprucht werde. In diesem Fall sei das Sofa der falsche Ort, um wieder gesund zu werden. Wenn der Arzt aber merkt, dass sich der Patient der angebotenen Hilfe immer wieder entzieht oder die Symptome nicht verschwänden, müsste der Arzt auch eine komplexere Erkrankung wie ein chronisches Schmerzsyndrom in Betracht ziehen.

Aus Sicht von Prof. Dr. med. Pogatzki-Zahn sollten nicht nur Schmerztherapeuten im Umgang mit chronischen Schmerzpatienten ausgebildet sein, sondern auch Hausärzte und Orthopäden. "Indem sie Patienten mit bestimmten Risikofaktoren identifizieren, leisten sie auch präventive Arbeit." Denn frühes Erkennen einer drohenden oder begonnenen Chronifizierung könne Schlimmeres möglicherweise verhindern. Sei der Schmerz erst einmal chronisch geworden, werde es immer schwieriger, wieder herauszukommen. Und nicht immer müsse ein Schmerzpatient in eine Klinik. Individuelle Versorgung sei gefragt.

"Mit am Patienten angepassten Therapieformen behandeln wir den Menschen und nicht Mittelwerte aus Studien", sagt Prof. Dr. med. Pogatzki-Zahn. Die Einsicht, dass nicht jede Tablette jedem Menschen gleich helfe, müsse für alle Angebote gelten.

Bei immer mehr Patienten in Deutschland stellen Ärzte chronische Schmerzen fest. Die Zahl stieg in den vergangenen Jahren nach Daten aus dem Arztreport der Barmer GEK kontinuierlich auf zuletzt 3,25 Millionen. Schätzungen der Deutschen Schmerzliga liegen sogar bei 10 bis 15 Millionen, wobei 4 bis 5 Millionen hiervon schwer beeinträchtigt sind.

Quellen: Dt. Schmerzliga, dpa, äin-red
Dezember 2017


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