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Schmerzpatienten profitieren von GesundheitsApps

Die Zahl der Schmerzpatienten wächst, doch ihre Versorgung vor Ort ist suboptimal. Schafft Telemedizin hier Abhilfe? Auf jeden Fall, sagen Experten. Daher bieten viele Praxen ihren Patienten die App "Anästhesie & Schmerzmedizin" an.

PraxisApp "Anästhesie & Schmerzmedizin"

Das noch neue Feld der Telemedizin ist nach Ansicht von Experten besonders bei der Versorgung von Menschen mit chronischen Schmerzen ein wichtiger Zukunftsmarkt. "Bei Schmerzpatienten gibt es keine so große Notwendigkeit ständiger körperlicher Untersuchungen oder bildgebender Diagnostik", erklärt Prof. Dr. Carla Nau, Präsidentin des Deutschen Schmerzkongresses, der vom 17. bis 20. Oktober in Mannheim stattfindet. Die weitere Therapie fuße vielmehr auf Faktoren, die beispielsweise von Apps sehr gut unterstützt werden könnten. "Dazu gehört, dass Apps dabei helfen, ein Schmerztagebuch zu führen oder Patienten daran erinnern, bestimmte Übungen zu machen", meint die Medizinerin.

Gerade bei chronisch schmerzgeplagten Menschen setze die Therapie eben nicht in erster Linie auf die medikamentöse Behandlung. Sondern es gehe um die Begleitung bestimmter Techniken durch digitale Konzepte - ähnlich wie bei Sport- und Fitnessapps, betont Prof. Nau, die in Lübeck die Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin leitet.  

Millionen Menschen in Deutschland leiden unter chronischen Schmerzen, angesichts der demografischen Entwicklung werde die Zahl eher zunehmen. Außerdem sei der Zugang zu spezieller Schmerzversorgung eingeschränkt. "Da liegt ein großes Potenzial für Telemedizin." Die Veränderungen der Schmerztherapie durch digitale Angebote ist eines der Schwerpunktthemen des diesjährigen Kongresses.

Der Markt von Schmerz-Apps aber sei unübersichtlich. "Alles kann auf den Markt kommen", warnt Prof. Nau. Es gebe keine Regularien, viele der digitalen Angebote seien nicht zusammen mit Experten erstellt und würden nicht wissenschaftlich begleitet. "Wir brauchen letztendlich Qualitätssicherungsmaßnahmen", betont die Professorin. In App-Stores gebe es mehrere Tausend Produkte zum Thema Schmerz. Klinische Studien lägen nur für eine geringere zweistellige Zahl vor.

Eine von und mit Experten entwickelte PatientenApp bietet der Berufsverband Deutscher Anästhesisten (BDA) an. Patienten können sich in Absprache mit ihrem Schmerztherapeuten die App "Anästhesie & Schmerzmedizin" mit integriertem Schmerztagebuch kostenlos im AppStore oder bei Google Play runterladen:

Unabdingbar sei, dass der Arzt sich gemeinsam mit dem Patienten in die Nutzung von Apps einbringe, gegebenenfalls eine Auswahl trifft und damit arbeitet. "Der Arzt nutzt die App als Link zum Patienten, um dann mit ihm die Therapie zu gestalten." Der Nutzen des Ganzen laut Prof. Nau: Nicht nur der Terminkalender des Arztes wird entlastet. Sondern auch die Patienten scheinen zufriedener, wenn sie trotz App und Autonomie den Eindruck haben, jederzeit mit dem Arzt in Kontakt treten zu können.

dpa, äin-red
Oktober 2018


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