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Notfall Sepsis: Blutvergiftung muss schnell behandelt werden

Zehntausende Menschen sterben jedes Jahr an einer Blutvergiftung. Viele Todesfälle könnten verhindert werden, wenn die Sepsis rechtzeitig erkannt wird. Was sind Warnzeichen?

Eine Blutvergiftung (Sepsis) wird häufig zu spät erkannt. Das kann zu schweren Langzeitfolgen oder im schlimmsten Fall zum Tod führen.

Eine Sepsis ist mitunter schwer von einer Grippe (Influenza) zu unterscheiden. Warnhinweise seien unter anderem Schüttelfrost, Fieber, Herzrasen, Verwirrtheit sowie ein extremes Krankheitsgefühl. Treten mindestens zwei dieser Symptome auf, sollte man auch an eine Sepsis denken und das abklären lassen. Denn die Behandlung einer Blutvergiftung muss so schnell wie möglich beginnen - mit jeder Stunde, die vergehe, sinken die Überlebenschancen. Sie sei ein Notfall - wie ein akuter Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Ältere und ganz Kleine zählen zur Risikogruppe

Ältere Menschen über 60 Jahre, chronisch Kranke und Personen mit schwachem Immunsystem zählen zur Risikogruppe für eine Sepsis. Neben guter Hygiene schützen vor allem Infektionsschutzimpfungen.

Auch Kleinkinder unter einem Jahr sind den Angaben nach eine Risikogruppe. Mögliche Warnzeichen sind hier, dass sie schwer atmen, sich ungewohnt kalt und fiebrig anfühlen, sich verlangsamt bewegen, krampfen, nicht trinken oder essen sowie wiederholt erbrechen oder Durchfall haben. Auch hier gilt: Treten mindestens zwei dieser Symptome auf, könnte es eine Blutvergiftung sein.

Körper kann Infektion nicht mehr eindämmen

Eine Sepsis entsteht den Experten zufolge, wenn körpereigene Abwehrmechanismen eine zunächst lokal begrenzte Infektion nicht mehr eindämmen können. Dann folgt im Körper eine Kettenreaktion, durch die Organe und Gewebe Schaden nehmen. Unbehandelt führe das zum Versagen der Lunge, der Niere und anderer Organe sowie des Herz-Kreislauf-Systems und schließlich zum Tod.  

Laut dem Aktionsbündnis Patientensicherheit sterben jedes Jahr rund 75.000 Menschen in Deutschland an einer Blutvergiftung - jeder vierte bis fünfte dieser Todesfälle gilt demnach als vermeidbar.

Weitere Informationen zur Sepsis finden Sie in dieser Broschüre vom Aktionsbündnis Patientensicherheit: "Sepsis geht alle an!"

Quelle: dpa, Aktionsbündnis Patientensicherheit https://www.aps-ev.de

Juli/August 2020


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