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Notaufnahme: Viele Notfälle sind keine

Nur sechs von zehn Menschen, die in den vergangenen zehn Jahren mit Beschwerden in die Notaufnahme eines Krankenhauses kamen, waren tatsächlich auch Notfälle. Dies zeigt eine aktuelle Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse.

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Die Notaufnahme ist die erste Wahl, wenn Menschen in Deutschland außerhalb der Praxisöffnungszeiten medizinische Hilfe benötigen. Das ergab eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag der Techniker Krankenkasse (TK): 37% der Menschen in Deutschland haben innerhalb der vergangenen drei Jahre mindestens einmal die Notaufnahme eines Krankenhauses aufgesucht. Eine ambulante Notfallpraxis suchten demnach nur 22% auf, 13% wählten den Notruf (112) und 11% wandten sich an den ärztlichen Bereitschaftsdienst unter der Nummer 116 117.

Betrachtet man die vergangenen zehn Jahre, so war in diesem Zeitraum mehr als jeder zweite Mensch in Deutschland (53%) mindestens einmal in der Notaufnahme eines Krankenhauses. Dort wurden nach eigenen Angaben nur sechs von zehn Patienten als tatsächlicher Notfall mit akutem medizinischen Handlungsbedarf eingestuft - bei vier von zehn Befragten gaben die Notfallmediziner hingegen Entwarnung. Im Auftrag der TK befragte Forsa im Januar 2018 bevölkerungsrepräsentativ 1.002 Menschen ab 18 Jahren.

TK-Chef Dr. Jens Baas erklärte dazu: "Ob ein Notfall vorliegt oder nicht, können viele Menschen nur schwer einschätzen. Bei unklaren Beschwerden kann es natürlich sehr sinnvoll sein, einen Arzt aufzusuchen - es muss aber nicht immer direkt die Notaufnahme sein." Dr. Baas plädierte für ein Notfallsystem, "das die Patienten verstehen und Notärzte nicht überlastet". Sogenannte Portalpraxen direkt in den Krankenhäusern könnten etwa dafür sorgen, dass Patienten, die keine akuten Notfälle sind, die passende medizinische Hilfe finden, ohne die Kapazitäten der Notaufnahmen zu blockieren.

Seit langem wird das ineffiziente und teure Nebeneinander von ambulanter und stationärer Notfallversorgung von Patienten beklagt. Auch die TK setzt sich für eine Reform der Notfallversorgung ein. Im vergangenen Herbst hatten Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) und Marburger Bund (MB) - die Gewerkschaft der zumeist in Kliniken angestellten Ärzte - ein Reformkonzept für eine integrierte Notfallversorgung durch die rund 150.000 Praxisinhaber und die knapp 2.000 Krankenhäuser vorgelegt.

Dazu sollten die recht unbekannte Bereitschaftsnummer der niedergelassenen Ärzte 116117 (https://www.116117info.de) und die bisherige Notrufnummer des Rettungsdienstes 112 stärker vernetzt werden. Patienten sollen bei dieser gemeinsamem medizinischen Anlaufstelle rund um die Uhr anrufen können und eine qualifizierte Ersteinschätzung bekommen, um ohne Umwege in die für sie passende Versorgungsebene zu kommen.

Quelle: TK-online.de, dpa
Februar 2017


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